Brustkrebs (Mammakarzinom)

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Laut der Deutschen Krebshilfe erkranken pro Jahr mehr als 57.000 Frauen an einem Mammakarzinom, davon rund ein Drittel vor dem 50. Lebensjahr. Wird der Brustkrebs rechtzeitig erkannt und behandelt, stehen die Chancen für eine Heilung gut.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren für Brustkrebs. Einige Risikofaktoren, die die Entstehung eines Mammakarzinoms begünstigen, können Sie beeinflussen. Diese beeinflussbaren Faktoren wie Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum sollten unbedingt auch von jüngeren Frauen ernst genommen werden, da sie maßgeblich zur Entstehung von Brustkrebs beitragen. Andere Risikofaktoren für Brustkrebs lassen sich gar nicht oder nicht leicht beeinflussen.

  • Rauchen: Wie bei vielen Krebsarten gehört das Rauchen auch zu den Risikofaktoren bei Brustkrebs. Je früher Mädchen mit dem Rauchen beginnen, desto höher ist das Risiko, später an einem Mammakarzinom zu erkranken.
  • Alkohol: Bei einer täglichen Menge von mehr als 10 g Alkohol steigt das Brustkrebsrisiko deutlich an – doch auch kleinere Mengen, wenn auch geringfügig, erhöhen das Risiko eines Mammakarzinoms.
  • Übergewicht: Frauen, die an Übergewicht (BMI > 27) leiden, erkranken häufiger an einem Mammakarzinom – vor allem tierische Fette erhöhen den Östrogenspiegel und somit das Brustkrebs-Risiko.
  • Hormonpräparate: Hormonpräparate wie die Antibabypille und Medikamente gegen Wechseljahresbeschwerden können das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen.
  • Körpereigene Hormonproduktion: Das Brustkrebsrisiko steigt geringfügig an bei: 
    • Kinderlosigkeit
    • Geburt des ersten Kindes nach dem 32. Lebensjahr
    • Einsetzen der Regelblutung vor dem 11. Lebensjahr
    • Eintritt der Wechseljahre nach dem 54. Lebensjahr
  • Erblicher Brustkrebs: Etwa fünf bis zehn Prozent aller Mammakarzinome sind erblich bedingt. Veränderungen im BRCA1- und BRCA2-Gen sind die häufigsten Mutationen für genetisch bedingten Brustkrebs. Wenn in Ihrer Familie mehrere Frauen betroffen sind, können Sie sich in einer sogenannten genetischen Beratung über Brustkrebs aufklären lassen und einen Gentest machen lassen.

Symptome bei Brustkrebs

Mögliche Symptome bei Brustkrebs sind:

  • Rötungen oder Jucken der Brust (auch ohne zuvor auftretende Schmerzen)
  • Verhärtungen oder Knoten in den Brüsten
  • Knoten in der Achselhöhle von über 1 cm Größe
  • Einziehung der Brustwarze
  • Einziehung der Haut, insbesondere beim Anheben der Arme
  • Hautveränderungen der Brustwarze, des Warzenvorhof oder der Brustansatzes
  • Farbiges oder blutiges Sekret aus der Brustwarze

Hinweise auf eine mögliche Brustkrebserkrankung können Sie durch das Abtasten Ihrer Brüste selbst feststellen.

Brustkrebs früh erkennen: So tasten Sie Ihre Brust richtig ab

Brustkrebs früh erkennen: So tasten Sie Ihre Brust richtig ab

  • Tasten Sie Ihre Brüste regelmäßig (einmal pro Monat) ab. Wählen Sie am besten einen Tag im Zeitraum zwischen dem dritten und siebten Tag nach dem Einsetzen Ihrer Menstruationsblutung. In dieser Zeit ist die Brust weitgehend frei von hormonbedingten Gewebsverhärtungen. Wenn Sie bereits in der Menopause sind, wählen Sie einen beliebigen Tag.
  • Schauen Sie sich Ihre Brüste im Spiegel an und achten Sie auf Größenveränderungen, Schwellungen oder Hautfalten im Vergleich zur letzten Untersuchung. Lassen Sie zuerst die Arme hängen und heben Sie sie dann über den Kopf. 
  • Tasten Sie dann jede Brust mit der gegenüberliegenden Hand langsam ab. Verhärtungen, Knoten und Schwellungen können ein Anzeichen für Brustkrebs sein.
  • Führen Sie die Tastuntersuchung auch im Liegen durch.
  • Drücken Sie die Brustwarzen leicht zusammen. Wenn dabei eine Flüssigkeit austritt, sollten Sie dies von einem Arzt abklären lassen.

Wenn Sie eine Veränderung feststellen, bewahren Sie Ruhe und sprechen Sie mit Ihrem Gynäkologen. Nicht jede Veränderung muss auf Brustkrebs hindeuten.

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie die Tastuntersuchung richtig durchführen, fragen Sie Ihren Arzt und bitten Sie ihn ggf., Ihnen die richtige Tastmethode zu zeigen.

Brustkrebs beim Mann

Das Mammakarzinom gilt als typische Frauenkrankheit, kann aber in seltenen Fällen auch bei Männern auftreten. Was ist bei Männern anders?

  • Der Brustkrebs tritt später auf, meist im Alter zwischen 65 und 79 Jahren.
  • Meist wird Brustkrebs bei Männern später diagnostiziert, da es kein Früherkennungsprogramm (Mammographie) gibt und sowohl Patient als auch Ärzte bei Symptomen nicht zuerst an Brustkrebs denken.
  • Als Warnsignal gelten Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze, kleine Entzündungen oder eine Delle in Brust oder Brustwarze.
  • Meist ist die Ursache für den Brustkrebs ein erhöhter Östrogenspiegel. Ursachen für einen erhöhten Östrogenspiegel sind z. B. starkes Übergewicht, Leberkrankheiten, starker Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum, Einnahme leistungssteigernder Hormone.

Weitere Risikofaktoren:

  • Ein Viertel der Fälle ist genetisch bedingt.
  • Männer mit dem sogenannten Klinefelter-Syndrom, mit einem oder mehreren zusätzlichen X-Chromosomen, haben ein fast so hohes Brustkrebsrisiko wie Frauen.
  • Frauen, die als Mann geboren wurden. Hormone, die zur Geschlechtsangleichung eingenommen werden erhöhen das Risiko.

Brustkrebs lässt sich bei Männern in der Regel bereits im frühen Stadium ertasten. Wenn Sie einen harten, schmerzlosen Knoten in Ihrer Brust ertasten oder Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarte auftreten sollten Sie dies von Ihrem Hausarzt abklären lassen.

Auch männliche Brustkrebspatienten sind bei uns sehr willkommen.

Wie wir Patientinnen nach und mit Brustkrebs behandeln

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkrebs (Mammakarzinom) sind Operation, Bestrahlung, Chemotherapie, antihormonelle Therapie und Antikörpertherapie. Einzeln oder je nach Tumorart miteinander kombiniert, sind sie heutzutage effektiver und können verträglicher verabreicht werden. Dennoch ist die Therapie nicht frei von Nebenwirkungen und Beschwerden. So treten z.B. während der antihormonellen Therapie oft Wechseljahrbeschwerden, Schlafstörungen, Nervosität oder Konzentrationsstörungen auf. Auch seelische oder körperliche Beschwerden sind nicht selten.

In der onkologischen Rehabilitation bei Brustkrebs unterstützen wir Sie dabei, körperliche und seelische Kraft zurückzugewinnen. Wir stimmen das Therapiekonzept individuell mit Ihnen ab, damit auch körperliche Beschwerden und Einschränkungen wirkungsvoll gebessert werden können. Dabei achten wir auf eine ganzheitliche Behandlung. Bei Patientinnen mit Brustkrebs, die außerdem an Diabetes erkrankt sind, achten wir zum Beispiel darauf, dass auch der Zuckerwert richtig eingestellt ist. Patientinnen mit Übergewicht, die abnehmen möchten, begleiten wir gerne mit unserem Abnehmprogramm DNA. Diabetes und Übergewicht sind Risikofaktoren für Brustkrebs.

Wichtig ist für uns auch, das seelische Wohlbefinden unserer Patientinnen zu stärken.

In der Reha bei Brustkrebs gehen wir individuell auf die Ansprüche unserer Patientinnen ein. Wir behandeln Sie mit Herzblut.

Aufgaben der Reha bei Brustkrebs (Mammakarzinom)

  • Körperliche, psychische und soziale Beeinträchtigungen reduzieren
  • Kompensationsmöglichkeiten verbessern, um Einschränkungen im sozialen und beruflichen Leben zu verringern
  • Aktiv am Heilungsprozess teilnehmen durch Anleitung und Schulung
  • Eigenverantwortung und Mobilisierung verbliebener Leistungsfähigkeit fördern
  • Medizinische Therapien in die Rehabilitation integrieren

Diagnostik zu Beginn der Reha bei Brustkrebs

Am Anfang der Reha bei Brustkrebs (Mammakarzinom) steht eine ausführliche Untersuchung und Beratung durch unsere Fachärzte. Wenn erforderlich führen wir diese diagnostischen Methoden durch:

  • Labordiagnostik
  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Langzeit-EKG und Langzeitblutdruckmessungen
  • Ultraschall des Bauchraumes und der Brust
  • Echokardiographie
  • Lungenfunktionsprüfung

Individueller Therapieplan bei der Reha bei Brustkrebs

Für jede Patientin erstellen wir einen Therapieplan, der sich an ihren individuellen Bedürfnissen orientiert. Dieser Therapieplan setzt sich zusammen aus:

Krankengymnastik

Unsere Therapeuten helfen bei

  • Einschränkungen der Beweglichkeit
  • Schmerzen bei Bewegung
  • Gelenkbeschwerden, Knochen- und Muskelschmerzen
  • Verbesserung Ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit

Wir nutzen dazu verschiedenste Therapien, die wir je nach Art der körperlichen Einschränkung angepassen:

  • Gelenkmobilisation, Wassergymnastik, Schultergymnastik und andere
  • Ergotherapeutische Angebote bei Polyneuropathie nach Chemotherapie oder Gelenkproblemen unter antihormoneller Therapie
  • Ausdauertraining und Krafttraining an Geräten

Pflegedienst

  • Begleitung und Unterstützung zur Wiedererlangung von Selbstständigkeit und höchstmöglicher Lebensqualität, kompetente Beratung und Information zur Therapie und Vorbeugemaßnahmen, Hilfe zur Selbsthilfe

Labor

  • Schnelle laboranalytische Überprüfung der Organfunktionen und gegebenenfalls des Tumormarkerverlaufes

Bäderabteilung

  • Lymphdrainagen bei Lymphödem
  • Massagen

Sozialdienst

Unsere Sozialberaterinnen geben Ihnen vielfache Hilfestellung in beruflichen, finanziellen, existenziellen und persönlichen Angelegenheiten, sei es z.B. bei Fragen zur Rückkehr in den Beruf, eine eventuelle Umschulung oder zur Planung der Nachsorge nach der Reha.

Psychologie

In Einzel- und Gruppentherapie bieten wir Ihnen Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung, Förderung der Lebensfreude sowie Stärkung des Selbstwertgefühles

Kreativtherapie

Im Gespräch mit anderen können bei kreativen Tätigkeiten Ihre Ressourcen gestärkt und das Lebensgefühl verbessert werden.

    Spezielle Angebote für Brustkrebs-Patientinnen

    • In unserer Lehrshowküche informieren und beraten wir Sie zum Thema Brustkrebs und Ernährung. Wir bekochen Sie und und beantworten Ihre Fragen. Sie schauen uns zu und probieren die Speisen, die wir in der Lehrshowküche herstellen.
    • Entspannungsverfahren wie Yoga helfen unseren Brustkrebspatientinnen, Ressourcen zu aktivieren.
    • In unserem Fatigueseminar helfen wir bei chronischem, tumorbedingten Müdigkeitssyndrom und setzen Testverfahren für Fatigue ein.
    • In der Ergotherapie der Brustkrebsgruppe aktivieren wir Ihren Arm der betroffenen Seite mit Funktionstraining.
    • Unsere Onkologen und gynäkologischen Fachärzte
      • beraten Sie individuell
      • beantworten Ihre Fragen in vertrautem Vieraugengespräch
      • geben persönliche Empfehlungen
    • In dem Kosmetikkurs der DKMS lernen die Brustkrebspatientinnen nicht nur, wie sie sich geschickt schminken. Die vielen guten Tipps helfen auch dabei, dass sie sich nach einer Krebstherapie wieder schön fühlen. Aufgrund von Corona finden aktuell keine Schminkkurse der DKMS statt.
    • Alle drei Wochen findet in unserem Haus eine Beratung durch ein Sanitätshaus statt.
    • In einem regelmäßig stattfindenden fachärztlich geleiteten „Brustkrebsforum“ informieren wir Patientinnen zur individuellen Erkrankung, stadiengerechter Therapie und notwendiger Nachsorge.
    • Wenn gewünscht können unter Anleitung einer Diplom-Psychologin bzw. Psychologen nichtmedizinische, seelische Probleme, die im Verlauf der Erkrankung entstanden sind, behandelt werden.
    • Ergänzt wird das gesamte Therapie-Diagnostik- und Anwendungsprogramm durch ein vielfältiges Freizeitangebot.

    Wer Sie behandelt

    Prof. Dr. med. Jürgen Wagner

    Prof. Dr. med. Jürgen Wagner

    Chefarzt Innere Medizin

    Dr. med. Jasmin Doll

    Dr. med. Jasmin Doll

    Oberärztin Hämatologie/Onkologie

    Dr. med. Peter Doller

    Dr. med. Peter Doller

    Oberarzt Gynäkologie

    Wie Sie uns kontaktieren können

    Susanne Moser

    Susanne Moser

    Leitung Aufnahme

    MEDICLIN Staufenburg Klinik