Risikofaktoren:
Hauptrisikofaktor für ein Vulvakarzinom ist eine chronische Infektion mit dem Humanen Papillomavirus (HPV-Infektion).
Co-Risikofaktoren
- Rauchen
- ein geschwächtes Immunsystem
Symptome:
Die Beschwerden sind meist unspezifisch, am häufigsten sind lokaler Juckreiz/Brennen und Schmerzen im Intimbereich.
Behandlung:
Die Krebsvorstufen eines Vulvakarzinoms nennt man Vulväre Intraepitheliale Neoplasie (VIN). 90 % der relevanten VINs hängen mit einer HPV-Infektion zusammen. Hiervon werden über 90 % als hochgradige Vorstufe einer Krebserkrankung eingestuft. Die Therapie besteht in der Entfernung durch Laser-Vaporisation (bevorzugt) oder Operation.
Bei einem invasiven Vulvakarzinom breitet sich das Karzinom auch in angrenzendes Gewebe und Organe aus. In zwei Drittel aller Fälle entdecken Ärztinnen und Ärzte den Tumor im ersten Stadium (T1), wenn Vulva einschließlich Perineum/Damm betroffen sind. Ein Vulvakarzinom muss auf jeden Fall behandelt werden, da es ansonsten über das Lymphgefäßsystem über den Körper streut. Die 5-Jahres-Überlebens-Rate im ersten Stadium eines invasiven Vulvakarzinoms liegt bei 71 %.
Therapie in Stadium T1 ist die möglichst vollständige Entfernung des Tumors. Bei größeren Vulvaeingriffen versorgen die Ärztinnen und Ärzte die Wunden plastisch-chirurgisch bis zur Wiederherstellung der Vulva mit plastischen Verfahren. Alternativ kann die Primäre Radio-Chemotherapie erfolgen. Wenn die Lymphknoten befallen sind, ist die adjuvante Bestrahlung die Therapie der Wahl.
Was machen wir in der Rehabilitation?
In der onkologischen Reha behandeln wir die möglichen Folgen und Nebenwirkungen der Krebsbehandlungen.
Somatische Folgestörungen sind:
- genitale Beeinträchtigungen: Narbenbildungen, Anatomieveränderungen, Synechien und Stenosierung von Scheideneingang und der Scheide selbst, daraus folgend Schmerzen, Sensibilitätsverlust, Atrophie, Dyspareunie, sexuelle Beeinträchtigungen bis hin zum Funktionsverlust
- Harnstrahlabweichung, daraus möglich Hautreizung mit Entzündungsgefahr
- Wundheilungsstörungen in Vulva/Vagina/Leisten
- Lymphödem der Beine, Zellulite, Lymphozelen mit Thromboserisiko
- Harn- und Stuhlinkontinenz
- Radiogene Vulvo-Vaginitis (Auftreten bis zu 90 Tage nach Therapieende möglich)
Allgemeine mögliche Folgestörungen:
- Psychische Störungen: Depressive Reaktion, Depression, Angst
- Fatigue: Anhaltende schwere Erschöpfung
- Distress-Syndrom: Kognitiv – körperlich – emotionale Belastungsreaktion. Kognitive Dysfunktion
- Inaktivierung, Muskelabbau, körperliche Schwäche, postoperative Schmerzen und Bewegungseinschränkungen