Prostatakrebs (Prostatakarzinom) ist die häufigste Krebsart beim Mann. Beim Prostatakrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor der Vorsteherdrüse (Prostata). Vorwiegend Männer ab 50 Jahren sind betroffen.
Mit der Behandlung des Prostatakarzinoms durch Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie haben Sie einen ersten großen Schritt getan, Ihre Erkrankung zu bewältigen. Gleichzeitig hinterlässt eine Tumortherapie oft Spuren. Körperliche und psychische Veränderungen sind die Folge. Manche Beschwerden verschwinden schnell wieder, bei manchen Beschwerden benötigen die Betroffenen Unterstützung.
In der MEDICLIN Staufenburg Klinik begleitet Sie unser interdisziplinäres Team gezielt in der Phase zwischen Krankenhausbehandlung und ambulanter Nachsorge. Gemeinsam arbeiten wir daran, dass Sie wieder in der Mitte des Lebens ankommen, sich körperlich, aber auch seelisch regenerieren und Ihre Lebensqualität erhöhen.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Sicherheit zurückgewinnen und Schritt für Schritt wieder Vertrauen in Ihren Körper entwickeln. Unser Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften, Ergo-, Physio-, Sport- und Ernährungstherapeuten hilft Ihnen gezielt in der Reha nach Prostatakrebs.
Ziele der Reha nach Prostatakrebs
- Folgen der Prostatakrebstherapie reduzieren
- körperliche Funktionen verbessern
- Selbstständigkeit zurückgewinnen
- den Wiedereinstieg in Alltag und Beruf vorbereiten
- Selbstbewusstsein und neue Lebensqualität aufbauen
Schritt für Schritt zurück in den Alltag
Eine Reha nach Prostatakrebs unterstützt Sie nicht nur medizinisch. Sie hilft Ihnen auch dabei, wieder aktiv am Leben teilzunehmen. Viele Patienten erleben diese Zeit als wichtigen Wendepunkt auf dem Weg zurück zu mehr Lebensqualität.
Beschwerden nach der Prostatabehandlung
Harninkontinenz
Wenn die Blasenkontrolle noch nicht zurück ist
Viele Männer erleben nach einer Prostataoperation zunächst ungewollten Urinverlust. Auch nach einer Bestrahlung kann sich die Blasenfunktion verändern. Diese Beschwerden gehören zu den häufigsten Folgen der Therapie.
Wir passen den Therapieplan Ihrem Krankheitsbild an. Bei ungewolltem Urinverlust stehen u. a. folgende Therapien auf dem Programm:
- intensives Beckenbodentraining unter physiotherapeutischer Anleitung
- Biofeedback-Training verbessert die Muskelwahrnehmung
- Elektrotherapie aktiviert die Schließmuskulatur
- praktische Alltagstipps geben mehr Sicherheit unterwegs
Viele Patienten können ihre Kontinenz bereits während der Reha spürbar verbessern.
Erschöpfung und fehlende Kraft
Wenn der Körper Zeit braucht
Nach der Krebsbehandlung fühlen sich viele Männer ungewöhnlich müde oder weniger belastbar. Diese tumorbedingte Erschöpfung nennt man Fatigue.
In der Reha nach Prostatakrebs stärken wir Ihre Energie gezielt durch:
- medizinisches Krafttraining
- Ausdauerprogramme
- Bewegungstherapie in kleinen Schritten
- individuelle Trainingspläne für zuhause
Veränderungen der Sexualfunktion
Nach einer Operation oder Bestrahlung kann sich die Erektionsfähigkeit verändern. Auch das gehört zu den häufigen Folgen einer Prostatakrebsbehandlung.
In der Rehabilitation bei Prostatakrebs unterstützen wir Sie mit:
- ärztlicher Beratung zu Therapiemöglichkeiten
- gezieltem Beckenbodentraining
- psychoonkologischer Begleitung
- Gesprächen zu Partnerschaft und Intimität
Beschwerden von Blase oder Darm nach Bestrahlung
Nach einer Strahlentherapie reagieren Blase oder Darm oft empfindlich:
- Typisch sind häufiger Harndrang oder Reizungen im Darmbereich.
- In seltenen Fällen entstehen entzündliche Veränderungen wie Strahlenreizungen von Blase oder Darm.
In der Reha nach Prostatakrebs behandeln wir diese Beschwerden durch:
- medizinische Betreuung und Verlaufskontrollen
- gezielte Bewegungstherapie
- Ernährungsberatung
- individuelle symptomorientierte Therapieprogramme
Schmerzen oder Spannungsgefühle nach der Operation
Nach einer Operation braucht der Körper Zeit zu heilen. Narben, Muskelverspannungen oder Schonhaltungen können Beschwerden verursachen.
Unsere Behandlung umfasst:
- physiotherapeutische Einzeltherapie
- Haltungsschulung
- Bewegungsaufbau
- medizinische Schmerztherapie bei Bedarf
So verbessern Sie Beweglichkeit und Körpergefühl Schritt für Schritt.
Seelische Belastung nach der Krebsdiagnose
Viele Männer erleben nach der Behandlung eine Phase der Unsicherheit: Wie geht es weiter? Kommt der Krebs zurück? Wann fühle ich mich wieder wie früher? Diese Gedanken sind völlig normal.
Unsere psychoonkologische Beratung soll u. a.
- Ängste reduzieren
- Ihre Sicherheit stärken
- Vertrauen in den eigenen Körper aufbauen
- Perspektiven für den Alltag entwickeln
Häufige Fragen zur Reha nach Prostatakrebs
Warum ist eine Reha nach Prostatakrebs sinnvoll?
Die Behandlung von Prostatakrebs kann vorübergehende oder dauerhafte Beschwerden verursachen – etwa Inkontinenz, Erschöpfung oder Schmerzen. Die Rehabilitation setzt genau hier an.
Sie lernen in der Reha, wie Sie:
- die Blasenkontrolle verbessern
- den Beckenboden gezielt stärken
- Kraft und Ausdauer aufbauen
- Fatigue reduzieren
- wieder aktiv am Alltag teilnehmen
Wir zeigen Ihnen Wege, um
- Schmerzen zu lindern
- psychische Belastungen zu verarbeiten
Die Reha ist damit ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Behandlung nach Prostatakrebs.
Wann beginnt die Reha nach der Prostatakrebs-Behandlung?
Eine Rehabilitation ist möglich:
- direkt nach der Operation (Anschlussrehabilitation)
- nach Strahlentherapie oder Hormontherapie
- bei anhaltenden Beschwerden auch später
- stationär oder ambulant, je nach Situation
In der MEDICLIN Staufenburg Klinik sind sowohl stationäre als auch ambulante onkologische Reha-Programme möglich.
Welche Beschwerden werden in der Reha behandelt?
Typische Beschwerden nach einer Prostatakrebs-Therapie sind:
- Harninkontinenz
- Erektionsstörungen
- Beckenbodenschwäche
- Erschöpfung (Fatigue)
- Schmerzen
- Wundheilungsprobleme
- Unsicherheit im Alltag nach der Krebsdiagnose
Die Therapie stimmen wir individuell auf Ihre persönliche Situation ab.
Wie lange dauert eine Reha nach Prostatakrebs?
Eine stationäre Rehabilitation in der MEDICLIN Staufenburg Klinik dauert in der Regel drei Wochen.
Welche Behandlungen bietet die MEDICLIN Staufenburg Klinik bei Prostatakrebs?
Die uro-onkologische Rehabilitation verbindet medizinische Diagnostik, Training und psychosoziale Unterstützung.
Kontinenztraining und Beckenbodentherapie
Ein zentraler Schwerpunkt ist die Verbesserung der Blasenkontrolle:
- intensive Beckenbodengymnastik
- Elektrotherapie
- Kontinenzberatung
- Hilfsmittelversorgung bei Inkontinenz
Medizinische Diagnostik und Betreuung
Zu Beginn der Reha erfolgt eine umfassende Untersuchung, z. B. durch:
- Labordiagnostik
- Ultraschall der Harnwege
- Uroflowmetrie zur Beurteilung der Blasenfunktion
- weitere urologische Diagnostik nach Bedarf
Während der gesamten Rehabilitation überprüfen wir regelmäßig Ihre Fortschritte.
Bewegungstherapie und körperlicher Aufbau
Gezielte Bewegung unterstützt den Heilungsprozess nachhaltig:
- medizinisches Krafttraining
- Ausdauertraining
- physiotherapeutische Einzelbehandlungen
- Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung oder Qi Gong
Psychoonkologische Unterstützung

Die Diagnose Prostatakrebs kann emotional belastend sein.
Zur Reha nach Prostatakrebs gehören
- psychologische Einzelgespräche
- Gruppengespräche mit anderen Betroffenen
- Strategien zur Stressbewältigung
Diese Unterstützung hilft, die Erkrankung besser zu verarbeiten.
Beratung zu Alltag, Beruf und sozialrechtlichen Fragen
Der Sozialdienst unterstützt Sie bei wichtigen organisatorischen Themen:
- Wiedereingliederung in den Beruf
- Schwerbehindertenrecht
- Rentenfragen
- häusliche Versorgung nach der Reha
Was ist das Ziel der Reha nach Prostatakrebs?
Können Angehörige eingebunden werden?
Ja. Angehörige können an Gesprächen teilnehmen oder spezielle Unterstützungsangebote nutzen, z. B. Partnergruppen oder psychologische Beratung. In der MEDICLIN Staufenburg Klinik gibt es ein spezielles Angehörigenkonzept für die Partnerinnen der Betroffenen.
Ist eine ambulante Reha nach Prostatakrebs möglich?
Ja. In der MEDICLIN Staufenburg Klinik können Sie auch eine ambulante Reha bei STAUFENBURG.AMBULANT machen. Tagsüber kommen Sie zu uns in die Klinik, am Wochenende haben Sie frei.
Voraussetzungen für die ambulante Reha nach Prostatakrebs:
- Sie wohnen in der Region, in der Ortenau.
- Ihre Fahrtzeit zu STAUFENBURG.AMBULANT in Durbach beträgt nicht mehr als 45 Minuten.
- Ihr Wohnort ist nicht weiter als 50 km entfernt
- Sie sind körperlich in der Lage, eine ambulante Reha durchzuführen.
- Sie sind ausreichend mobil, die täglichen Fahrten zu uns in die ambulante Reha zu bewältigen.
Unsere Experten
Dieser Ratgebertext entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med Jürgen Wagner und Jens Leiendecker.
Prof. Dr. med. Jürgen Wagner
Prof. Dr. med. Jürgen Wagner ist Chefarzt der MEDICLIN Staufenburg Klinik in Durbach. Als Facharzt für Innere Medizin verfügt er über langjährige Erfahrung und tiefgreifende Fachkenntnis in der Behandlung von Menschen mit onkologischen Erkrankungen.
Jens Leiendecker
Jens Leiendecker ist Oberarzt Urologie der MEDICLIN Staufenburg Klinik. Als Facharzt für Urologie verfügt er über langjährige Erfahrung in der Behandlung von Patienten und Patientinnen mit Urologischen/Uro-onkologischen Erkrankungen.
Kontakt
Haben Sie Fragen zur Reha in unserer Klinik?+49 781 473 0
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MEDICLIN Staufenburg Klinik
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