16.05.2019

Diabetische Nephropathie: Definition, Ursachen und Behandlung

Diabetische Nephropathie: Nierenschaden durch Diabetes

Eine diabetische Nephropathie ist eine Schädigung der Nieren als Folge eines lange bestehenden Diabetes.
 

Ursachen einer diabetischen Nephropathie

Wenn der Blutzuckerspiegel auf Dauer zu hoch ist, bilden sich Ablagerungen in den Blutgefäßen. Diese sogenannte Arteriosklerose verengt und beschädigt die Gefäße. Die stark durchbluteten Nieren sind davon besonders betroffen. Liegt eine diabetische Nephropathie vor, werden die kleinen Blutgefäße in den Nieren beschädigt. Darunter leidet die Filterfunktion der Niere und Stoffwechsel-Abbaustoffe können nicht mehr richtig ausgeschieden werden.

Zusätzlich zu einem hohen Blutzuckerwert erhöhen weitere Faktoren das Risiko für eine diabetische Nephropathie:

  • Veranlagung
  • Bluthochdruck
  • eiweißreiche Ernährung
  • zu hohe Blutfettwerte
  • Rauchen

 

Was sind die Symptome für eine diabetische Nephropathie?

Viele Betroffene haben lange Zeit keine Beschwerden. Eine länger bestehende diabetische Nephropathie kann folgende Symptome auslösen:

  • Kopfschmerzen und Erschöpfung
  • Ödeme (Wassereinlagerungen), z.B. an den Beinen
  • Juckreiz
  • schäumender Urin
  • 'milchkaffeeartig' verfärbte Haut
  • Blutarmut


Wie stellt der Arzt eine diabetische Nephropathie fest?

Da die Erkrankung in vielen Fällen zunächst keine Symptome verursacht, wird die diabetische Nephropathie oft zufällig durch Auffälligkeiten bei einer Urinuntersuchung entdeckt. Um gezielt festzustellen, ob eine diabetische Nephropathie vorliegt, testet der Arzt den Albuminwert im Urin. Albumin ist ein Eiweiß, das normalerweise im Blut vorkommt, bei einer gestörten Nierenfunktion aber verstärkt mit dem Urin ausgeschieden wird. Weil auch beispielsweise Infekte oder körperliche Betätigung zu einem erhöhten Eiweißwert führen können, sind mehrere Untersuchungen notwendig. Außerdem untersucht der Arzt die sogenannten Nierenfunktionswerte im Blut: Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion sind die Werte für die Stoffwechsel-Abbauprodukte Kreatinin, Harnsäure und Harnstoff erhöht.

Wie wird eine diabetische Nephropathie behandelt?

Unbehandelt kann eine diabetische Nephropathie zu einem Nierenversagen führen. Entscheidend für einen positiven Krankheitsverlauf ist vor allem, dass der Blutzuckerwert möglichst frühzeitig optimal eingestellt wird. Um die Nieren-funktion zu stabilisieren und eine Verschlimmerung der diabetischen Nephropathie zu verhindern, sollte der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) unter 7,0 Prozent liegen. Des Weiteren sollte der behandelnde Arzt die Medikamenteneinnahme des Patienten daraufhin überprüfen, ob die eingenommenen Mittel zusätzlich die Nieren belasten und die Medikation gegebenenfalls anpassen.

Die Behandlung einer diabetischen Nephropathie sollte außerdem folgende Punkte berücksichtigen:

  • Bluthochdruck senken
  • gesunde, eiweiß- und salzreduzierte Ernährung
  • genügend trinken
  • Übergewicht abbauen
  • nicht rauchen
  • regelmäßige Kontrolle von Blutzucker, Blutdruck und Blutfett (Cholesterin)

Ihre Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Jürgen Wagner

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Chefarzt Innere Medizin

MEDICLIN Staufenburg Klinik

Dr. med. Thomas Jörg Helling

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Leitender Oberarzt Innere Medizin

MEDICLIN Staufenburg Klinik

Dr. med. Felix Günther

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Oberarzt Innere Medizin

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